Wie wird meine Website bei Google gefunden?

Auch für kleine Unternehmen und Anbieter führt kein Weg mehr an einer eigenen Webseite vorbei. Aber die beste Seite hilft nichts, wenn sie Google nicht findet.

Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) dient dazu, die Positionierung der eigenen Webseite zum Beispiel bei Google zu verbessen.

 

Warum ist es für Webseiten-Betreiber so wichtig, im Ranking bei der Google-Suche einen guten Platz zu haben?

Ein Platz möglichst unter den ersten zehn Treffern bei der Google-Suche ist deshalb wichtig, weil Google hier die bestmöglichen Ergebnisse präsentiert, die auf eine Suchanfrage passen. Denn beim Ranking hat Google in erster Linie den Suchenden im Blick: Ihm will er das optimale Ergebnis liefern. Der, der gefunden werden möchte, spielt eine untergeordnete Rolle. Wenn Sie nicht unter den Top 10 in der Ergebnis-Liste sind, werden Sie auch kaum gefunden.

 

Können Sie das an einem Beispiel verdeutlichen?

Ein Nutzer, der „Erkältung“ googelt, möchte wissen, was gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit hilft, welche Ursachen eine Erkältung hat und wie lange sie dauert. Pharmaunternehmen, die auf ihren Webseiten nur ihre Produkte gegen Erkältung anpreisen, haben also keine Chance, auf Google eine gute Platzierung zu erreichen. Werbetexte dieser Art interessieren niemanden, der „Erkältung“ googelt. Das weiß auch die Suchmaschine. Also veröffentlichen die Pharmakonzerne stattdessen Texte mit Informationen zum Thema Erkältung. Mit diesem Content Marketing haben sie dann eine Chance, in den Suchergebnissen ganz weit vorne zu erscheinen.

 

Wie sollte der Content aussehen?

Es sollte ein formal und inhaltlich gut strukturierter Inhalt sein, der die Themen abhandelt, nach denen gesucht wird. Dazu gehören auch eine passende Hauptüberschrift für den Text und entsprechende Unterüberschriften. Und natürlich muss der Text auch gut lesbar sein. Und man muss wissen, dass die Suchmaschine immer schwieriger auszutricksen ist. So kann die künstliche Intelligenz von Google mittlerweile auch Abschnitte lesen und sehr treffend für sie eine passende Überschrift definieren.

 

Über die Platzierung entscheidet letztendlich der Algorithmus der Suchmaschine. Was ist über ihn bekannt?

Die Zahl der Ranking-Faktoren, die in den Algorithmus eingehen, wird auf über 200 geschätzt. Und Experten gehen davon aus, dass Google im Jahr mehr als tausend Änderungen an seinem Such-Algorithmus vollführt.

 

Anfang 2015 hat Google den Ranking-Faktor RankBrain global ausgerollt. Was bewirkt er?

Genauer betrachtet ist RankBrain eher ein Filter als ein Rankingfaktor. RankBrain soll Suchen, die Google bislang noch nicht kennt, besser einordnen können und damit möglichst Inhalte ausliefern, die der Suchende auch finden will. Kleines Beispiel hierfür ist der Terminus „langhaariger Grüner“. Anton Hofreiter von Bündnis 90 präsentiert sich auf den Webseiten nicht mit diesem Terminus. Trotzdem wird er gefunden – sogar in der Bildsuche richtig zugeordnet.

 

Welche Algorithmus-Änderung haben Sie als besonders einschneidend in Erinnerung?

Die Updates unter dem Codenamen „Penguin“ und „Panda“ vor einigen Jahren. Sie verfolgten das Ziel, Webspam in den Suchergebnissen weiter einzudämmen. Als „Webspam“ bezeichnet Google Techniken, die Webseitenbetreiber einsetzen, um eine möglichst hohe Position in den Suchergebnissen zu erzielen, ohne dass der Suchende davon einen Nutzen hat. Seiten, die sich solcher Techniken bedienten, werden seitdem mit einem drastischen Verlust der Sichtbarkeit bestraft.

 

Um welche Techniken ging es dabei konkret?

An erster Stelle um Verlinkungen. Die Suchmaschine unterscheidet inzwischen sehr genau zwischen Link-Spam und qualitativ hochwertigen Links. Schlechte Verlinkungen sind auf jeden Fall solche, die prinzipiell mit dem Thema nichts zu tun haben. Die besten Links sind wirklich nur die, die aus dem textlichen Zusammenhang kommen und auch genau dort entsprechend markiert sind. Links in Form von Fußnoten sind nicht förderlich.

 

Welche Rolle spielen inzwischen eigentlich Schlüsselwörter, die sogenannten Keywords?

Ihre Bedeutung wird immer geringer. Ich würde heute sogar so weit gehen, dass ich nicht mehr ein Ranking für ein einzelnes Schlüsselwort forcieren würde, sondern für ein Schlüsselthema. Außerdem kennt sich Google inzwischen auch mit Synonymen gut aus und weiß auch ohne das konkrete Schlüsselwort, die Seite noch einzuordnen. Für das Gestalten einer Seite würde ich mir ein starkes Suchwort aus einem Thema aussuchen, es optimieren und natürlich auch die anderen Themen drum herum nicht vernachlässigen. Wenn das Suchwort aber zu häufig vorkommt, ist das eher kontraproduktiv. Natürlich kennt Google auch die ganzen Füllwörter und Stoppwörter usw. und kann aus dem Ausmaß ihres Vorkommens auch einen Relevanzgehalt für dieses Thema aus einer Seite herauslesen.

 

Gibt es weitere Indikatoren für Relevanz?

Ein Indikator für geringe Relevanz ist die Absprungrate einer Seite. Wenn jemand nach etwas sucht und auf eine Seite gelangt und diese Seite immer gleich auch wieder verlässt, kann das ein Indikator dafür sein, dass die Seite zu diesem Thema einfach nicht eine entsprechende Relevanz hat.

 

Spielt es für das Ranking bei Google auch eine Rolle, wie stark eine Seite mit Werbung belegt ist?

Google mag es natürlich nicht, wenn auf Webseiten viel Werbung ist. Die Suchmaschine stellt sich ja in den Dienst des Suchenden, der eine bestimmte Information will und an Werbung meist kein Interesse hat.

 

Andererseits verdient doch auch Google an der Werbung…?

Ja und gerade deshalb ist das wichtig. Wenn Google dem Suchenden kein ordentliches Ergebnis liefert und dies von einem anderen Dienst (man denke nur an die Produktsuche von Amazon, die wesentlich mehr zu Endkundenkäufen führt als eine Suche in Google) besser gemacht wird, würden weniger Personen Google für die Suche nutzen. Ergo: auch weniger Klicks auf die Werbung.

 

Was ist denn Ihr Geheimrezept für die Optimierung einer Webseite?

Das Geheimnis ist, dass es kein Geheimnis gibt. Das wichtigste Instrument zur Suchmaschinenoptimierung ist wirklich das Gehirn und der sogenannte Common Sense, der gesunde Menschenverstand also. Man sollte sich in die Situation des Suchenden versetzen und daraus seine Schlüsse ziehen. Und erst danach kommen die ganzen SEO Tools, die helfen, eine passende Strategie für die Umsetzung zu finden.

 

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