Wie HTTP 2.0 das Surfen beschleunigt

HTTP 2.0 ist ein großer Wurf werden. Moderne Webseiten bestehen aus vielen Elementen und die muss der Browser nacheinander holen, zum Beispiel Script-Dateien, Style Sheets, Bilder, Werbeeinblendungen und anderes mehr. Nicht selten liegen diese Elemente auf unterschiedlichen Hosts eines oder sogar verschiedener Unternehmen verstreut. Der Abruf solcher Webseiten kann sich selbst bei schnellen VDSL- oder Kabelmodem-Anschlüssen spürbar hinziehen, denn die Leitungen werden nicht ausgelastet.

Es war der Suchmaschinenmarktführer Google, der mit seiner Initiative „make the web faster“ neuen Schwung in die HTTP-Entwicklung gebracht hat. Zusammengefasst unter dem Namen SPDY hatte das Unternehmen diverse wesentliche Verbesserungen aufgelegt und zunächst im hauseigenen Browser Chrome sowie den Webservern eingebaut. Als dann weitere Verfechter aus der Industrie hinzukamen, unter anderem Mozilla mit seinem Firefox-Browser und Amazon, gab die IETF einer Arbeitsgruppe grünes Licht für die Umsetzung neuer Ideen in der Arbeitsgruppe HTTPbis.

Das Nachfolgeprotokoll HTTP/2 ist vollständig abwärtskompatibel und verspricht höhere Geschwindigkeiten.

Jeder, der sich im Internet bewegt, hat zwangsläufig mit ihm zu tun: mit HTTP, dem Hypertext Transfer Protocol oder der verschlüsselten Variante HTTPS. Browser nutzen das Protokoll hauptsächlich dazu, um Webseiten zu laden. Seine Funktionen sind aber nicht darauf beschränkt.

was ist http2 HTTP/2 Multiplexing: Bisher konnte eine Anfrage beim Server erst erfolgen, wenn die vorherige Antwort eingetroffen war. Nun können mehrere Anfragen parallel erfolgen.

Die aktuelle Version – HTTP 1.1 – ist in die Jahre gekommen. Sie stammt von 1999. Im Februar haben die Internet Engineering Task Force (IETF) und das World Wide Web Consortium (W3C) nun den HTTP/2 Standard freigegeben. Browser wie Firefox und Chrome unterstützen das neue Protokoll bereits.

 Mehr Geschwindigkeit im Web

HTTP/2 basiert auf vielen Funktionen von SPDY (sprich „speedy“), dem experimentellen Netzwerkprotokoll von Google.

Das Potenzial für mehr Geschwindigkeit lässt sich schon beim Verbindungsaufbau per Http/2 erkennen: Heutiges HTTP benötigt in der Startphase für jede Anfrage eine separate TCP-Verbindung – noch bevor die ersten Elemente einer Webseite übertragen werden. Zunächst handeln der Server und der Client die TCP-Verbindung aus – erst dann sendet der Client die eigentliche HTTP-Anfrage. In der Startphase laufen also die Signale zwischen Server und Client zweimal hin und her. Zu den wichtigsten neuen Funktionen von HTTP/2 gehört das Multiplexing. Das heißt, dass mehrere Anfragen zusammengefasst über eine Verbindung übertragen werden, was zu einem deutlichen Geschwindigkeitszuwachs führt.

 

Google Chrome: Der Web-Browser setzt ab Version 40 auf HTTP/2.

Moderne Webseiten bestehen aus vielen Elementen, die der Browser nacheinander holen muss, etwa Javascript-Dateien, Stylesheets, Bilder oder Werbung. Zudem liegen diese Elemente oft auf unterschiedlichen Hosts. Der Aufruf solcher Webseiten kann sich selbst bei schnellen Anschlüssen hinziehen, obwohl die Leitungen nicht ausgelastet werden.

Bei HTTP/2 wird nur noch eine einzige Verbindung, ein einziger Stream, zum Server geöffnet. Die Streams werden innerhalb einer TCP-Verbindung verschickt und lassen sich priorisieren. So kann der Browser entscheiden, welche Daten er zuerst benötigt. Besonders für den Seitenaufbau ist das wichtig.

 

3 Gedanken zu „Wie HTTP 2.0 das Surfen beschleunigt

  1. klingt sehr interessant, da würden mich aber noch folgende Dinge interessieren, die im Artikel nicht beantwortet werden: was schätzt man, bringt das an Geschwindigkeitsgewinn in % ausgedrückt? wird https/2 nur über den „neueren“ Browser realisiert oder erfordert das ggf. sogar Änderungen in Programmierungen etc.?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.