Referrer Spam – was das ist, und was Sie dagegen tun können

In letzter Zeit erreichen uns verstärkt Anfragen zu Berichten über verweisende Websites in Google Analytics, die in keinerlei Bezug zum eigenen Auftritt stehen und so ungewöhnliche Namen tragen wie „Trafficmonetizer“, „Iloveitaly“, „Buyeasy“ usw. In all diesen Fällen handelt es sich nicht um Backlinks, über die Nutzer auf Ihre Website gelangen können. Im Gegenteil: Es handelt sich um den sogenannten Referrer Spam, der die Ergebnisse in Google Analytics ganz schön durcheinanderbringen kann. Was das ist und was Sie dagegen tun können, zeigen wir Ihnen in diesem Expertentipp auf.

Wo finde ich den Referrer Spam?

Rufen Sie Ihr Konto bei Google Analytics auf und gehen Sie im Abschnitt „Akquisition“ über „Alle Zugriffe“ auf „Verweise“.  Hier ein Beispiel:

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Dieser Bericht zeigt Ihnen normalerweise an, wie häufig und von welchen Websites Besucher auf Ihre Website gelangen. Zum Beispiel können Sie den Traffic beobachten, der von Facebook kommt und prüfen, ob sich die Zugriffe über diesen Kanal auf Ihre Website steigern. Ebenso können Sie Parameter wie Verweildauer, Anzahl besuchte Seiten, Absprungrate und mehr prüfen, mit anderen Traffic-Lieferanten vergleichen und an Hand dieser Daten Ihre Online Strategie optimieren.

Was ist Referrer Spam und wie entsteht er?

Der Trick dahinter ist vergleichsweise einfach: Findige Zeitgenossen haben über einen Bot die Analytics ID der betreffenden Website ausgelesen oder gar erraten, um diese mit gefakten Besuchen zu spammen. Eines der bekanntesten Beispiele ist Semalt. Der Anbieter von Web-Analyse Tools tauchte eine Zeitlang massiv in den Verweisberichten von Google Analytics auf. Die Strategie dahinter lag darin begründet, dass Webmaster neugierig wurden und auf den Link in dem Bericht klickten. Doch anstatt auf eine Seite zu gelangen, die im Kontext zur eigenen Website steht und einen Backlink auf die eigene Website enthält, landeten sie auf der Startseite von Semalt mit der Aufforderung, die Performance der eigenen Website zu prüfen.

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Eine Marketingstrategie, die eher als fragwürdig einzustufen ist. Wo früher die Anzahl an Referrer Spam in den Berichten noch überschaubar war, tummeln sich mittlerweile hunderte von solchen Bots und die Liste wird immer länger.

Welche Auswirkungen hat Referrer Spam?

Da es sich bei Referrer Spam nicht um wirkliche Besucher handelt, kann in diesem Punkt schonmal Entwarnung gegeben werden. Denn Ihr Server bzw. Webspace kann durch die nicht vorhandenen Aufrufe nicht zusätzlich belastet werden. Allerdings kann es passieren, dass je nachdem wie hoch der Anteil an Referrer Spam gegenüber wirklichen Besuchern auf Ihrer Website ist, die Berichte alles andere als aussagekräftig sind. Schlimmer noch: Sollten Sie als Dienstleister Ihren Kunden gegenüber regelmäßig einen Report über die Erfolge Ihrer Online Marketing Maßnahmen liefern müssen, können Sie schnell in Erklärungsnot geraten. Hier einige Argumente, die Sie aus der Schusslinie nehmen.

Wie argumentiere ich gegenüber meinen Kunden?

  • Referrer Spam kann jede Website betreffen, darauf hat niemand Einfluss.
  • Google ist klug genug, um zu wissen, dass die entsprechenden Berichte auf Referrer Spam zurückzuführen sind. Eine Abstrafung durch Google ist also nicht zu befürchten.
  • Es wird kein zusätzlicher Traffic verursacht, der dem Server bzw. Webspace Probleme bereiten könnte.
  • Die Berichte lassen sich bei Bedarf in Google Analytics so anpassen, dass nur noch die wirklichen Besucher angezeigt werden.

Was kann ich gegen Referrer Spam unternehmen?

An sich sind sämtliche Maßnahmen, um etwas gegen Referrer Spam zu unternehmen, mehr oder weniger reine Makulatur. Denn wirklich verhindern können Sie diesen Spam nicht, sondern lediglich in den Berichten unterbinden. Dazu bieten sich zwei Möglichkeiten: Einmal die Anpassung in Google Analytics oder das Aussperren über die .htaccess Datei.

Zum Ausfiltern der Bots in Google Analytics gehen Sie über „Verwalten“ in der rechten Spalte auf den ersten Punkt „Einstellungen der Datenansicht“. Dort setzen Sie den Haken bei „Bots herausfiltern“, um alle Treffer von bekannten Bots und Spidern auszuschließen.

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Jedoch kann es passieren, dass diese Maßnahme nicht zu den gewünschten Ergebnissen führt. In diesem Fall können Sie einzelne Domains über die Filterfunktion ausschließen. Diese Option verlangt allerdings tieferes Verständnis über die „Reguläre Ausdrücke“ mithilfe derer sich individuelle Filter erstellen lassen.

Zur Einrichtung von benutzerdefinierten Filtern rufen Sie über die Verwaltung in der rechten Spalte „Datenansicht“ den Abschnitt „Filter“ auf. Wählen Sie dort die Schaltfläche „Benutzerdefiniert“ und tragen Sie Ihr Filtermuster ein.  Der Vorteil in der benutzerdefinierten Variante besteht darin, dass Sie mit einem Code gleich mehrere Domains auf einmal erfassen und nicht jede Domain, die Sie ausschließen möchten, einzeln eintragen müssen.

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Tipps zum richtigen Einsatz von regulären Ausdrücken für Ihren Filter finden Sie im Google Support unter https://support.google.com/analytics/answer/1034324?hl=de&utm_id=ad&rd=1 Wie bereits erwähnt, ist dieses Thema gerade für Neueinsteiger vergleichsweise komplex. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, so können Sie sich gern an uns wenden. Wir richten dann die passenden Filter für Sie ein.

Grundsätzlich empfehlen wir Ihnen das Erstellen einer weiteren Datenansicht, damit die ursprünglichen Daten erhalten bleiben. Denn nur so können Sie jederzeit weiterhin auf Ihre ungefilterten Daten zurückgreifen. Zum Erstellen einer weiteren Datenansicht gehen Sie in der Verwaltung in der rechten Spalte „Datenansicht“ oben auf die Schaltlfäche „Alle Website-Daten“ und wählen dann „Neue Datenansicht erstellen“ aus.

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Eine weitere Möglichkeit, Referrer Spam auszublenden, ist das Aussperren über die .htaccess Datei. Hier der Befehl mit dem Sie mehrere Referrer aussperren können:

RewriteEngine on RewriteCond %{HTTP_REFERER}
^http://.* semalt\.com/ [NC,OR] RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^http://.*trafficmonetizer\.org/ [NC,OR] RewriteCond %{HTTP_REFERER} ^http://.*sexyali\.com/ [NC] RewriteRule ^(.*)$ – [F,L]

Bei Github finden Sie eine Liste zu Domains, die Referrer Spam verursachen. Die Liste wird laufend aktualisiert und kann unter https://github.com/piwik/referrer-spam-blacklist/blob/master/spammers.txt aufgerufen werden.

Das Aussperren der Domains hat allerdings auch Nachteile:

  • Sie müssen alle Domains einzeln eintragen, was auf Dauer sehr zeitaufwändig ist.
  • Nur ein einziger kleiner Fehler im Code führt dazu, dass Ihre Website nicht mehr aufgerufen werden kann.
  • Die Einträge blähen auf Dauer Ihre .htaccess unnötig auf, was zu sogar zu einer Verschlechterung Ihrer Performance führen kann.

Unser Fazit zu Referrer Spam

Zugegeben, Sie können Stunden damit verbringen, Referrer Spam aus Ihrem Blickfeld zu verbannen. Wirklich loswerden werden Sie ihn allerdings nicht, denn im Hintergrund laufen die Attacken fröhlich weiter. Die einfachste Option ist es, diesem Thema möglichst gelassen gegenüber zu stehen und Berichte in Google Analytics so anzupassen, dass möglichst nur Ihre wirklichen Besucher angezeigt werden. Zwar ist es ärgerlich, dass Berichte durch diesen Spam verfälscht werden, aber sicherlich tröstet es, dass Sie damit nicht allein stehen und nidemand wirklich Einfluss darauf hat. Ebenso liegt Google viel daran, möglichst genaue und richtige Analyseergebnisse zu liefern. Es dürfte also nur eine Frage der Zeit sein, bis Google selbst Spam wie diesem einen Riegel vorschiebt.

Haben Sie Fragen zu diesem oder anderen Themen rund um Ihre Suchmaschinenoptimierung? Sprechen Sie uns einfach an, wir beraten Sie gern! Sie erreichen uns telefonisch unter +49 211 749 50550 oder senden Sie uns eine E-Mail an info@seitwert.de – wir freuen uns auf Sie!

 

2 Gedanken zu „Referrer Spam – was das ist, und was Sie dagegen tun können

  1. Hallo,
    Hab das Problem auch mit dem referrer spam, das geht zwar mein eigenltich allen webseiten auch von Google.au aber von der eigentlichen seite z.B. spam.de geht es nicht ? woran kann das liegen ? Der Link der auf meine Seite verweist ist ganz normal im Quelltext ohne irgendwelchen JS etc.

    RewriteCond %{HTTP_REFERER} (spam\.de) [NC,OR]
    RewriteCond %{HTTP_REFERER} google\.ua [NC,OR]
    RewriteRule .* http://www.spamcop.net/? [L,R=302]

    Gruss

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