Google: Neue Updates sorgen für Unruhe in der SEO-Szene

Hat Google Veränderungen an seinem Algorithmus für den deutschsprachigen Raum vorgenommen? Sieht so aus – und einer der Verlierer ist ein ganz großer.

Die Indizien verdichten sich, dass Google irgendwann um Ende Juni ein Update seines Suchalgorithmus für den deutschsprachigen Markt ausgerollt hat, das deutlich umfangreicher oder zumindest weitreichender war als die üblichen Updates, von denen die SEO-Branche oftmals gar nichts mitgekommt. Seit einigen Tagen berichten immer mehr SEO-Experten über auffällige Veränderungen in den Suchergebnislisten – in beide Richtungen übrigens und nicht nur beschränkt auf den deutschsprachigen Raum, sondern auch für andere Länder, vor allem Frankreich und die USA. Und selbst Endanwendern fällt auf, dass es da einige Verschiebungen gibt.

Google profitiert von der Wikipedia – die hat aber wenig davon

Die Auffälligste: Suchergebnisse der Wikipedia, die in der Vergangenheit immer ganz weit oben performten, sind nun etwas abgeschlagen weiter hinten zu finden. Google will hier offenbar seinem Knowledge-Graph weiter Rückenwind verschaffen. Das ist verständlich, schließlich muss der Nutzer so im Idealfall gar nicht mehr die Suchergebnisse verlassen und erhält in vielen Fällen in kurzen Sätzen die wichtigsten Informationen auf eine Frage. Besonders ärgerlich ist das für die Wikipedia deshalb, weil die Knowledge-Graph-Informationen ja eben jene sind, die oftmals gerade aus der Wikipedia gespeist werden.

Dieser Effekt dürfte insbesondere für Nutzer der mobilen Geräte unterwegs hilfreich sein: Schließlich spielt hier die schnelle Zugreifbarkeit von Informationen noch eine wichtigere Rolle als am Desktop-Gerät, wo nicht jeder Klick so stark zählt.

Es gibt nicht nur Verlierer beim aktuellen Update

Doch wer hat von dem Update profitiert? Auffällig gut performen aktuell in vielen Begriffskombinationen die Übersetzungsdienste, wie Leo.org oder Linguee. Ob Google das beabsichtigt, um seinen internen Suchdienst nach und nach auszuweiten, oder ob es sich eher um einen Nebeneffekt handelt, ist unklar. Gewonnen haben aber auch Dienste wie Spotify und Reddit – deren Content habe laut Searchmetrics in der Sichtbarkeit zugenommen.

Insgesamt, so beobachten die Analysten von Sistrix, ist die Zahl der indexierten Seiten pro Domain in den letzten Wochen stark zurückgegangen, wenn man der „site:“-Suche glauben darf. Einige große Sites von Heise über Zeit.de bis hin zu Chefkoch und Meinestadt.de haben mehr als zwei Drittel der indexierten Seiten verloren – allerdings lässt sich hier kein konkretes Muster erkennen, wie auch Sistrix selbst zugibt. Hinzu kommt, dass die Stichprobe auf gerade einmal 20 großen Domains basiert und somit alles andere als repräsentativ ist. Im Übrigen ist die Site-Suche schon deswegen mit Vorsicht zu genießen, da sie vor allem schnell und nicht genau sein soll und somit andere Ergebnisse liefert als die Google-Search-Console.

 

Google-Update: Kein eindeutiges Bild für Website-Betreiber

Eine weitere Neuerung, die ebenfalls den Knowledge-Graph betrifft, dürfte vor allem Hobbyköchen gefallen und Menschen, die auch die einfachsten Fragen über eine Suchmaschine zu klären versuchen: Zu bestimmten gängigen Suchanfragen wie „Nudeln kochen“ liefert Google jetzt gleich kurze Anleitungen. Es steht zu vermuten, dass hiervon zum einen bestimmte Koch-Sites negativ betroffen sind, aber auch Frage-Antwort-Sites.

Unterm Strich bleibt festzuhalten: Die Vielzahl der Veränderungen zeigt kein klares Bild und keine Richtung, in die Website-Betreiber jetzt unbedingt gehen müssen. Vielmehr sollten Publisher in den nächsten Wochen Veränderungen genau beobachten und mittelfristig agieren. Schließlich kann es auch sein, dass Google seinerseits nachjustiert.

 

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