Coca-Cola oder Google, wer gibt sein Rezept preis?

Gestern ging ein Raunen und Schmunzeln durch die SEO-Welt, als der aktuelle deutsche Justizminister Heiko Maas seine Forderung bekannt gab, dass Google seinen Algorithmus offen legen soll.

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Google steht oft im Mittelpunkt der Öffentlichkeit mit guten und mit schlechten Nachrichten.

An Tag 1 berichtet die FAZ, wie stark Google an der Aufklärung von Straftaten mitwirkt: Zitat: “Google wird eigenen Angaben zufolge immer häufiger von Behörden weltweit zur Freigabe von Nutzer-Informationen aufgefordert. Entsprechende Anfragen im Rahmen von Strafverfolgung seien im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zu den letzten sechs Monaten des Vorjahres um 15 Prozent gestiegen, teilte der Internet-Konzern am Montag mit.“

Und schon an Tag 2 berichtet der Spiegel, dass Deutschlands Justizminister will, dass Google sein zentrales Geschäftsgeheimnis offenbart. Der Konzern soll den Algorithmus transparent machen, der die Suchergebnisse sortiert, fordert Heiko Maas in einem Interview.

Hintergrund seiner Forderung ist ein Streit zwischen der EU-Kommission und dem US-Konzern. 2010 hatte Brüssel ein Wettbewerbsverfahren eingeleitet, weil Konkurrenten Google vorwerfen, seine Suchergebnisse so zu manipulieren, dass Ergebnisse von Diensten, die Google selbst betreibt, höher und prominenter angezeigt werden als Ergebnisse der Konkurrenz.

Google hatte nach der Einigung zugesagt, Ergebnissen aus konkurrierenden Diensten mehr Platz einzuräumen und eigene Angebote klarer zu kennzeichnen und sah das Thema als erledigt an. Nun will die EU-Politik weitere Zugeständnisse bis hin zur vollen Transparenz der eingesetzten Algorithmen und man beruft sich auf den wirtschaftlichen Einfluss und droht sogar mit einer Zerschlagung.

Im Ernst: die Idee klinkt doch so absurd, wie die ernsthafte Veröffentlichung des „Coca-Cola-Rezeptes“, was mir bei der Idee von Herrn Maas als erstes durch den Kopf ging! Was aber bei Google aufgrund der ständigen Veränderungen gar nicht möglich ist.

Bei Google in Mountain View sitzt ein hochprofessionelles Expertenteam, was sich in großer Runde akribisch überlegt, wie man die Suchergebnisse weiter optimieren kann, wie man auf den einzelnen Suchenden besser eingehen kann. Dazu werden LogIn-Daten, Standort und Auswertungen zum vorherigen Suchverhalten genutzt. Niemand möchte dazu seine Daten gerne hergeben, aber die Ergebnisse und das Angebot, was bereitgestellt wird gerne angenommen.

Auf der anderen Seite wird den Websitebetreibern einiges an Hilfsmitteln an die Hand gegeben um die Seite für eine gute Sichtbarkeit bei Google zu optimieren. Die SEO-Welt versucht täglich neu zu erforschen, wie man mit dem Algorithmus von Google umgeht und sagt im gleichen Atemzug:
Der Suchende und Interessent wird Dein Kunde – nicht Google. Und das sollte auch weiter die Strategie für eine gute Website mit gutem Inhalt sein.

Egal wie eine Aufforderung Richtung Google aussieht helfen wird sie dem Anbieter nicht. Viel zu schnell wird sich weiterhin die Logik in der Zukunft ändern, viel zu gut sind die Möglichkeiten Angebote darzustellen, so dass es immer wieder Gewinner und Verlierer gibt.

Bestes Beispiel dafür ist das Thema: „Strukturierte Daten“, sind die Daten gut, kann Google die gut einsehen und wird den Suchenden gerne und gut auf Ihre Seite verweisen. Sind die Daten sehr gut oder gar „zu gut“ kann es sein, dass sie direkt bei Google ausgespielt werden und der Interessent kommt gar nicht mehr auf Ihre Seite.

Gegen Google zu arbeiten ist auf jeden Fall nicht Ziel führend. Sicher wird es mal die „Pepsi der Suchmaschinen“ geben, also den großen zweiten Player. Dann wird Ruhe einkehren, denn der Konkurrenzgedanke wird den Markt dann schon meistern. Und genau dies brauchen solch innovative Produkte einen Markt und keine Bedrängnis durch die Politik.

3 Gedanken zu „Coca-Cola oder Google, wer gibt sein Rezept preis?

  1. Gut geschrieben aber ich bin der Meinung: Google, Facebool, Coka Cola waren als erstes am Markt, haben ihr Sache gut gemacht und wurden dadurch sehr bekannt.

    Seit Jahren sagt man nicht mehr suchen, sondern googeln. Facebook ist meiner Meinung nach viel schlechter als G+ aber meine Freunde sind halt alle bei Facebook und whatsapp, so ist das nunmal.

  2. Das ist doch schon immer so gewesen, wenn eine Firma oder Marke einen guten Job gemacht hat, aggressiv expandiert und große Marktanteile besitzt. Ob der richtige Weg ist diese von oben kurz und klein zu schlagen, wage ich zu bezweifeln. Mitbewerber sollten eher durch ein gutes Produkt oder Dienstleistung Marktanteile gewinnen und nicht indem der Beste seine Internas preisgibt. Allerdings fährt hier z.B. Tesla einen sehr interessanten Ansatz. Die haben direkt alle Patente freigegeben um einiges anzukurbeln :)

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