App Indexing – Wie Sie Apps SEO-technisch nutzen können

Im Jahr 2015 sind bekanntlich zum ersten mal die mobilen Zugriffe höher gewesen als die Zugriffe über einen Desktop-PC. Dies hat zur Folge, dass immer mehr auf mobile Websites und die damit einhergehenden Themen in den Vordergrund gerückt werden sollten. So beispielsweise das Thema: „App Indexing“…

Auf mobilen Endgeräten werden sowohl Suchmaschinen als auch Apps gerne genutzt. In den USA hat Google bereits im November 2013 die Funktion „App Indexing“ vorgestellt . App-Indexing erlaubt es der Suchmaschine, Inhalte von Apps zu durchsuchen. Diese werden dann in der mobilen Suche in Android- und iOS-Geräten gelistet. Zuvor wurden App-Inhalte bei mobilen Suchanfragen nicht berücksichtigt.

Bislang gab es das auch App-Deeplinking genannte Verfahren nur in den USA, ab sofort weitet Google die Indexierung von Apps aber auch auf Deutschland aus.

Suchanfragen auf Smartphones können durch zahlreiche Hindernisse verlangsamt werden. So werden Nutzer beim Wechsel zwischen einer Webseite und einer App oftmals weitergeleitet, bekommen Pop-up-Dialogfelder angezeigt oder müssen zusätzlich über den Bildschirm wischen oder irgendwo tippen. Wie wäre es also, wenn Nutzer die Wahl hätten, sich Inhalte direkt aus den Google-Suchergebnissen entweder auf der Website oder über eure App anzusehen?

Diese neue Funktion in der Google-Suche, die App-Indexierung, ermöglicht den Nutzern einen nahtlosen Übergang zwischen Websites und mobilen Apps.

Der Googlebot kann ab sofort nicht nur Websites crawlen und indexieren, sondern indexiert auch die Inhalte in einer Android-App. Wie heute schon bei Webseiten, kann man als Webmaster angeben, welche App-Inhalte von Google indexiert werden sollen – entweder über die bestehende Sitemap-Datei oder über die Webmaster-Tools.

Sobald die Inhalte der Webseiten und der App erfolgreich indexiert sind, versucht Google, Deep Links zur App direkt in den Suchergebnissen anzuzeigen, wenn sie für die Suchanfrage des Nutzers relevant sind und der Nutzer die App installiert hat. Wenn der Nutzer auf diese Deep Links tippt, wird die App gestartet und der Nutzer gelangt direkt zu dem jeweils gewünschten Inhalt.

bild-app-mountain-viewapp-essential rules-SERP

Bilder: Hier zwei Beispiele: aus der SERP in die App

Der Name App Indexing suggeriert, dass Google die Inhalte von Apps indexieren kann. Wenn dem so wäre, kommt die Frage auf, ob Apps in der Google-Suche gefunden werden können. Haben diese bzw. dazugehörige Websites vielleicht sogar Vorteile beim Ranking?

Um das beantworten zu können, muss man sich zunächst anschauen, wie „App Indexing“ funktioniert.

Schritt 1

Damit man von dem, was Google als „App Indexing“ anbietet, profitieren kann, muss eine App zunächst so verändert werden, dass dort bestimmte Inhalte über eine Url angesprochen werden können. Das ist keine „klassische“ HTTP-URI, sondern etwas in der Form

android-app://{package_id}/{scheme}/{host_path}

also z. B.

android-app://com.booking/booking/hotel/60738

Über diese URI wird eine bestimmte Ressource in der Booking.com-App angesprungen – in diesem Fall die Profilseite eines Hotels mit der ID 60738.

Schritt 2

In der so genannten Manifest-Datei, die grundsätzliche Informationen über die App in XML-Form notiert, müssen die einzelnen URI-Gruppen mitgeteilt werden. Das ist ein für technische Laien eher unverständlicher Prozess; Interessierte seien an die Google-Hilfe (https://developers.google.com/app-indexing/webmasters/app) verwiesen.

Schritt 3

Wenn es die entsprechenden URIs gibt, über die ein Nutzer an eine bestimmte Information innerhalb einer App springen kann, müssen diese nur noch in die eigene Website eingebaut werden. Bei Booking.com gibt es z. B. auf der Seite http://www.booking.com/hotel/de/intercitymunchen.de.html (der Profilseite für das InterCityHotel München) den folgenden Eintrag im HTML-Code:

<link rel=„alternate“ href=„android-app://com.booking/booking/hotel/60738?aid=375119“ />

Hier wird also für Google die Verbindung zwischen dem HTML-Code (und damit der HTML-Seite) und der entsprechenden Information in der App erzeugt. Wie gesagt: Diese URI kann nicht in einen Desktop-Browser eingetippt werden, aber das Android-Betriebssystem kann damit umgehen und innerhalb der App die Profilseite zum Hotel mit der ID 60738 aufrufen.

Schritt 1,2,3: Quelle: suchradar

Welche Vorteile hat das?

Wenn man die drei genannten Schritte umgesetzt hat und das Google mitteilt (https://developers.google.com/app-indexing/webmasters/checklist), besteht die Chance, dass die Suchmaschine die Informationen für die mobile Suche nutzt. Das führt dazu, dass Suchergebnisse, für die Google entsprechende App-URIs kennt, mit einem Button „Open in app“ angereichert werden. Dann kann der Nutzer entscheiden, ob er auf das normale Suchergebnis klickt oder sich die entsprechende Information in seiner App anschaut.

Nutzen für die Suchmaschinenoptimierung

App Indexing könnte SEOs zukünftig vor neue Aufgaben stellen. Denn denkbar wäre es, dass Google eine eigene Suchfunktion für App-Inhalte anbietet bzw. den vorhandenen Index noch stärker auf die Art des abrufenden Endgeräts ausrichtet. Folglich müssten dann Content und Medien in Apps ebenfalls für Suchmaschinen optimiert werden. Gleichzeitig erfordert App Indexing jetzt schon eine perfekte Korrelation zwischen mobilen Inhalten und der Desktop-Version.

Darüber hinaus wäre es auch vorstellbar, dass langfristig diejenigen Shops bzw. Websites, die mit eigenen Apps bzw. Android-Apps arbeiten, vor allem bei der Suche über mobile Endgeräte bevorzugt angezeigt werden. Google hat bereits in mehreren Posts erläutert, wie Webmaster Ihre Seiten für mobile Endgeräte optimieren können. Die Erweiterungen bei Google AdWords auf Smartphones und Tablets könnten ebenfalls als Hinweis auf den verstärkten neuen Fokus gedeutet werden.

Wird das App Indexing in noch einen weiteren Kontext gestellt, wäre es durchaus denkbar, dass das Vorhandensein einer App zu einer Art Rankingfaktor für hart umkämpfte Bereiche wie z.B. bei Krediten oder Mode werden könnte.

Wie sieht der Nutzer das?

Für den Nutzer kann das durchaus vorteilhaft sein, da die Nutzererfahrung innerhalb der App meistens besser als auf der Website ist. Es stellt allerdings auch höhere Anforderungen an die Web-Analyse des jeweiligen Anbieters, da die Besucher, die direkt in die App wechseln, in irgendeiner Weise dem Kanal „organische Suche“ zugeordnet werden müssen.

Grundsätzlich muss die entsprechende App bereits installiert sein, um ein solches Suchergebnis zu erhalten. Das App Indexing führt also nicht dazu, dass Google Nutzer auf die prinzipielle Möglichkeit der App-Nutzung hinweist, wenn die App nicht installiert ist.

Fazit

App Indexing ist für Unternehmen sinnvoll, die ohnehin eine App besitzen und die eine große Sichtbarkeit in den Suchergebnissen haben. Mit dem Feature können Nutzer der mobilen Google-Suche gezielt in die Apps geleitet werden, was in der Regel eine bessere Nutzererfahrung und vielleicht eine stärkere Nutzer bzw. Kundenbindung ermöglicht.

Zusätzliche Reichweite kann mit dem Feature nicht erreicht – den Nutzern aber ein weiterer Kanal angeboten werden, wo eben auch weitere Funktionen und Features geboten werden, wie z.B. der Parkplatz bei mobile.de.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.