4 Punkte für relevanten SEO-Inhalt – 4. Realistische Empfehlungen

Während in grauen SEO-Vorzeiten massenweise Links gekauft wurden, um eine scheinbare Relevanz zu erzeugen, wagt dies heute kaum noch eine seriöse Seite in großem Stil. Zu groß ist das Risiko, dass die Seite von einem Algorithmus-Update oder gar einer manuellen Maßnahme (Abstrafung) getroffen wird. Stattdessen setzen viele auf „organischen Link-Aufbau“ und damit auf Content-Marketing-Maßnahmen, die durch gezielte Verbreitung an Seitenbetreiber und Blogger (Seeding) Links generieren sollen. Bei passenden Themen und gut gemachten Inhalten ist das ein Konzept, das aus heutiger Sicht durchaus funktioniert. Allerdings muss man sich die Frage stellen, wohin sich Suchmaschinen in den nächstem Jahren entwickeln werden und wie dies die Bewertung von Backlinks generell und ­jede Form von Link-Aufbau im speziellen beeinflussen wird.

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Ein Trend kann dabei trotz aller Relevanz von Backlinks für Rankings bei Google klar prognostiziert werden: Je besser die Suchmaschine den Nutzer, seine Bedürfnisse und vielleicht sogar seine ­Lebenssituation und sein Umfeld kennt, desto weniger muss sie sich auf manipulierbare äußere Signale verlassen. Je mehr Daten Google über unser Mail-Postfach, unser YouTube-Profil oder über bei ­Google abgegebene Bewertungen  erfährt, umso mehr sinkt die Relevanz von Backlinks als Bewertungsfaktor. Wir müssen davon ausgehen, dass uns Suchmaschinen in ­Zukunft nicht mehr Einheitsergebnisse liefern, sondern den einzelnen Nutzer viel spezifischer behandeln werden. Teils wird dies mit Systemen wie Google Now schon jetzt umgesetzt. Google „versteht“ den Nutzer dabei so gut, dass Informationen schon bereitgestellt werden, bevor der Nutzer aktiv nach ihnen sucht oder – wie Google selbst sagt – „die richtigen Informationen zur richtigen Zeit“ bereitgestellt werden. Hier schließt sich der Kreis.

Für Seitenbetreiber heißt das: Faktoren wie eine dauerhafte Kundenbindung, die auf einen guten Service hinweisen, werden in Zukunft darüber mitbestimmen, ob man im Netz sichtbar ist. Eine ebenso wichtige Rolle werden vermutlich Empfehlungen von Freunden und Bekannten spielen. Backlinks werden sicher nicht verschwinden, aber die Qualität der Verlinkung wird langfristig eine immer größere Rolle spielen. Verlinkt mich ein Experte auf meinem Gebiet? Wird der Link auch wirklich genutzt?

Ganz praktisch kann dies bedeuten, dass Sie sich für 2016 vornehmen müssen, sich gezielt mit Ihrem Social-Media-Team, dem Kundenservice und SEO zusammenzusetzen und zu überlegen, wie man die einzelnen Bereiche besser verknüpft, Nutzer zum Teilen von Inhalten anregt oder positive Bewertungen erzielt. Daneben dürfen die klassischen Backlinks aber derzeit ­sicher noch nicht vergessen werden.

Bei der Optimierung von Web-Inhalten geht es immer weniger darum, den Such­algorithmus der großen Search Engines zu durchschauen oder gar zu hintergehen, sondern den Nutzer zu verstehen und seinen tatsächlichen Bedarf zu antizipieren. Aus Search Engine Optimization wird Search Experience Optimization. Googelt ein Nutzer von unterwegs aus per Smartphone nach einem Bekleidungsgeschäft, sucht er in der Regel nicht den Online-Shop, sondern die Öffnungszeiten. Auf so etwas sollten sich Unternehmen, die ihren Kunden sinnvollen Webcontent anbieten wollen, vorbereiten.

Grundsätzlich gilt ­also: Wer nicht nur 2016, sondern auch in Zukunft eine Website haben möchte, die performt, sollte analysieren, welche ­Inhalte sich der Nutzer von ihm tatsächlich wünscht und an welcher Stelle er ­diese präsentiert. Denn auf den Inhalt kommt es an, wenn Webseiten-Betreiber aus Seitenbesuchern Kunden machen wollen.

2 Gedanken zu „4 Punkte für relevanten SEO-Inhalt – 4. Realistische Empfehlungen

  1. „Bei der Optimierung von Web-Inhalten geht es immer weniger darum, den Such­algorithmus der großen Search Engines zu durchschauen oder gar zu hintergehen, sondern den Nutzer zu verstehen und seinen tatsächlichen Bedarf zu antizipieren.“

    Stimmt schon. andererseits gibt es immer noch genügend Beispiele, wo eine Seite, die wenig nutzerfreundlich ist, vor einer anderen rankt, die besonders nutzerfreundlich gestaltet ist. Schaue ich mir dann das Backlinkprofil an, stelle ich fest: Die haben statt an der Nutzerfreundlichkeit halt an Ihrem Linkprofil gearbeitet. Ich würde, auch wenn das sicherlich nicht mehr Common Sense ist, sagen, dass für das Ranking Links im Gegensatz zu früher eher noch an Bedeutung gewonnen haben. Nur wird die Anzahl und die Geschwindigkeit des Aufbaus möglicherweise anders gewertet (Anchor Ratio usw. mal außen vor). Insofern würde ich, bevor ich mich mit Social Media usw. zusammensetze, erst mal ein paar gute Links aufbauen. Das führt schneller zum Ziel als große Projekte, die viel Geld und Zeit fressen.

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