301, 404 & Co – die wichtigsten Statusmeldungen im Überblick

Wohl kaum eine Website kommt ohne HTTP Weiterleitungen (redirects) aus. Weiterleitungen kommen vor allem immer dann zum Einsatz, wenn die ursprüngliche URL nicht mehr funktioniert. Der Einsatz von Weiterleitungen kann verschiedene Gründe haben und mit die bekannteste Statusmeldung ist sicherlich der Statuscode „404 page not found“.Dieser wird Besuchern angezeigt, wenn der angeklickte Link auf einer Website defekt ist und der dazugehörige Inhalt nicht mehr existiert. Jeder Websitebetreiber sollte auf den richtigen Einsatz von Weiterleitungen achten. Und zwar nicht nur, um das Nutzererlebnis von Besuchern zu optimieren. Denn defekte Links schaden Ihrer Online-Reputation und können sich negativ auf Ihre Platzierung zu Ihren Keywords in den Suchergebnissen auswirken. In diesem Expertentipp stellen wir Ihnen die wichtigsten Weiterleitungen vor und geben Ihnen Tipps für den optimalen Einsatz.

Grundlagen zu HTTP Statuscodes

Bevor wir näher auf Weiterleitungen eingehen, möchten wir Ihnen zunächst die Funktionen von http Statuscodes erläutern. HTTP steht als Abkürzung für Hypertext Transfer Protocol. Bei jeder HTTP-Anfrage durch einen Client – z.B. durch Browser – an einen Server, liefert dieser eine Antwort in Form eines HTTP Statuscodes. An Hand dieses Codes wird dem Client mitgeteilt, ob die Anfrage erfolgreich bearbeitet werden konnte oder falls nicht, welcher Fehler aufgetreten ist. Zur Strukturierung sind die dreistelligen Statuscodes in einzelne Klassen unterteilt. Die erste Ziffer entspricht der jeweiligen Statusklasse. Die Klassen im Einzelnen sind:

1xx – Informationen

Die Anfrage ist weiterhin in der Bearbeitung. So wird der Statuscode 100 ausgeliefert, wenn der Server bei einer erfolgreich erhaltenen Anfrage auf weitere Anfragen durch den Client (z.B. Browser) wartet.

2xx – erfolgreiche Operation

Sofern sich die angefragten Inhalte auf dem Server befinden und der Server die Informationen an den Client zurücksenden kann, wird ein Statuscode der Klasse 2xx ausgeliefert. Die Anfrage konnte also ohne Fehler bearbeitet werden.

3xx – Umleitung

In dieser Statusklasse sind alle Codes gruppiert, bei denen weitere Schritte seitens des Clients erforderlich sind. Diese Statuscodes dieser Klasse sind von großer Bedeutung für die Suchmaschinen-Optimierung und werden in diesem Artikel noch näher behandelt.

4xx – Client Fehler

In dieser Statusklasse befindet sich unter anderem die eingangs erwähnte „404 page not found“ Statusmeldung. Es liegt also am Client, wenn eine Anfrage scheitert. Auch auf diese Statusklasse werden wir in diesem Artikel noch näher eingehen, da sie wichtig für zur Optimierung von Nutzerlebnissen sind.

5xx – Server Fehler

Statuscodes aus dieser Klasse werden ausgeliefert, wenn es sich um Fehler handelt, die auf den Server zurückzuführen sind. Fehlermeldungen aus dieser Klasse haben gravierende Auswirkungen und sollten schnellstmöglich behoben werden.

9xx – Proprietäre Statuscodes

Diese Klasse beinhaltet Statuscodes, die bei bestimmten Umständen auftreten können. Dies ist der Fall, wenn der Fehler vom Netzwerk und nicht vom anfragenden Client verursacht wird. Es wird empfohlen, dass die Anfrage noch einmal durchgeführt wird.

Soweit der Kurzüberblick zu den einzelnen Statusklassen. Weitere Informationen erhalten Sie bei Wikipedia unter https://de.wikipedia.org/wiki/HTTP-Statuscode. Wenden wir uns nun den Statuscodes zu, die Auswirkungen auf Ihr SEO haben.

Der richtige Umgang mit Umleitungen

Die beiden bekanntesten http Statuscodes der Klasse 3xx sind die 301 und 302 Statusmeldung. Die Unterschiede im Einzelnen sind:

  • 301 Statuscode: Die angefragten Informationen werden dauerhaft unter einer neuen Adresse bereitgehalten. Die alte Adresse steht nicht mehr zur Verfügung und ist nicht mehr gültig. Der Server sendet die neue Adresse an den Client zurück, sodass dieser die Inhalte unter der neuen Adresse abrufen kann.
  • 302 Statuscode: Die angefragten Informationen stehen temporär unter einer neuen Adresse zur Verfügung wobei die ursprüngliche Adresse weiterhin bestehen bleibt. Zwar liefert der Server die neue Adresse zur Abfrage aus, aber der Googlebot prüft weiterhin, ob sich Änderungen auf der alten Adresse ergeben haben. Insofern sollte dieser Statuscode bei einer dauerhaften Umleitung nicht verwendet werden.

Während die Linkkraft bei einer 301 Umleitung weiter vererbt wird, ist das bei einer 302 Umleitung nicht der Fall.

Aus verschiedenen Gründen lohnt sich das Einrichten von Umleitungen unter SEO Aspekten. Diese sind unter anderem:

  • Google möchte Nutzern immer ein gutes Ergebnis ausliefern. Wenn Ihre Inhalte unter der bisherigen URL nicht mehr vorhanden sind, und Sie keine Weiterleitung eingerichtet haben, so wird eine 404 page not found Meldung ausgeliefert. Für Sie kann das bedeuten, dass Ihre Besucher Ihre Seite sofort wieder verlassen, weil sie nicht die Informationen vorfinden, mit denen sie gerechnet haben. Für Google sind kurze Besuchszeiten und hohe Absprungraten wiederum ein Signal, dass Ihre Website nicht attraktiv ist. Es kann Ihnen also passieren, dass Sie mit Ihrer Website an Sichtbarkeit einbüßen und sich die Rankings zu Suchbegriffen verschlechtern.
  • Google weiß nicht genau, welche Inhalte die wichtigsten sind, wenn Ihre Website sowohl mit als auch ohne www angezeigt wird. Auch in diesem Fall lohnt es sich, eine permanente Weiterleitung anzulegen. Gleichzeitig vermeiden Sie damit doppelten Content.

Um zu prüfen, ob und welche URLs Ihrer Website nicht funktionieren, rufen Sie in den Webmaster-Tools den Bericht Crawling Fehler im Abschnitt Crawling auf. Praktisch: Eine Zusammenfassung des Berichts wird direkt im Dashboard der Webmaster-Tools angezeigt.

crawling-fehler-webmaster-tools

Klicken Sie dort auf die Schaltfläche „Crawling-Fehler“ um zum Bericht zu gelangen. In der Übersicht sehen Sie alle Links Ihrer Website, welche aktuell nicht funktionieren. Prüfen Sie die einzelnen Links und tragen Sie – falls vorhanden – eine Weiterleitung auf die neue Adresse ein.

Sollte keine neue Adresse vorhanden sein, so leiten Sie auf die Startseite weiter und beantragen im Abschnitt „Google-Index“ unter „URLs entfernen“ die Löschung der alten URL.

Das Anlegen einer Umleitung

In unserem Expertentipp „Website Relaunch – 5 Tipps, damit Sie auch morgen noch gefunden werden“ sind wir kurz auf das Anlegen von Umleitungen eingegangen. Wie dort bereits beschrieben, hat das Anlegen von Umleitungen über die .htaccess Datei sofortige Auswirkungen. Arbeiten an der .htaccess sollten nur vorgenommen werden, wenn Sie wissen, was Sie tun. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es besser, wenn Sie speziell dafür entwickelte Erweiterungen einsetzen, die Ihnen Ihr verwendetes CMS zur Verfügung stellt.

Warum attraktive 404 Seiten von Vorteil sind

Auch wenn Sie noch so sorgfältig vorgehen, so kann es doch immer wieder passieren, dass einzelne Links auf Ihrer Website nicht funktionieren. Sie werden also nicht umhin kommen, eine 404 Seite auf Ihrem Internetauftritt zur Verfügung zu stellen. Im Übrigen ist eine 404 Seite weniger dramatisch, als wenn sie gar nicht vorhanden wäre, denn 404 Seiten werden von Google als soft broken betrachtet. Es lohnt sich also durchaus, sich etwas näher mit dieser Seite auseinanderzusetzen. Sicherlich ist Ihnen im Netz schon die eine oder andere kreative „404 page not found“ Seite begegnet. Dies vielleicht sogar mit dem Ergebnis, dass Sie positiv überrascht waren und sich  länger auf der Website aufgehalten und dadurch doch für Sie interessante Informationen entdeckt haben. Genau so ergeht es auch Ihren Besuchern. Bieten Sie ihnen eine ansprechende 404 Seite an. Dass sich das auf jeden Fall lohnt, zeigt dieses TED-Video mit Renny Gleeson. Lassen Sie sich durch das Video inspirieren und wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung!

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